Fröschl

Mit Beton für die Ewigkeit bauen

Ob für die hochgelegene Bergstation im Skigebiet, bei Tunnel- und Brückenbauprojekten, oder bei der eigenen Firmenzentrale von Fröschl in Hall in Tirol – mit Beton kommt in allen Fällen ein zu 100 Prozent biologisch hergestellter Baustoff zum Einsatz.

Für Franz Fröschl von der Geschäftsführung ist Beton vor allem durch seine endlose Haltbarkeit ein verlässlicher Partner: „Bei korrekter Bemessung, richtigem Einsatz und Verarbeitung, kann kein Betonwerk von selbst ermüden. Das ist auch einer der wesentlichen Vorteile dieses Materials. Darum ist Beton unser Hauptbaustoff.“

Den Beginn einer Baustelle bildet zuvor jedoch nach einer soliden, entsprechenden Planung und den üblichen Verfahren und Bescheiden, der Aushub. Dieser kann je nach Qualität wieder als Rohstoff verwendet werden. „Beton setzt sich im Wesentlichen aus drei Komponenten zusammen. Das ist zum einen Kies, der möglichst aus der Region gewonnen wird, sowie Wasser und Zement. Das sind alles 100prozentig biologische Grundprodukte“, erklärt Fröschl und beschreibt weiter: „In Mischwagen erfolgt die Lieferung auf die Baustelle, wo Polier und Mannschaft, anhand von Plänen, negative Formen – die sogenannte Schalung – vorbereitet haben. Diese gibt dann dem Rohstoff Beton, der verdichtet wird, die Form. Nach der Aushärtungszeit wird wieder ausgeschalt und damit ist ein maßgeschneidertes Produkt entstanden, das nach statischen Berechnungen die vorgeschriebene Aufgabe erfüllt.“

Jedes Werk ist einmalig

Kein leichter Auftrag, denn jede Schalung ist ein Unikat und daher gibt es keine Verbesserungsmöglichkeiten. Das erste Werk muss gelingen. Die laufende Technik und die Arbeitsweise kann man verbessern, aber nicht das Werk, das bleibt einmalig. Die Spezialisten dafür, die Maurer, werden bei Fröschl als einer von elf Lehrberufen selbst ausgebildet. „Das Berufsbild des Maurers ist enorm umfassend. Er lernt mit verschiedensten Materialien, nicht nur mit Beton und Ziegel, umzugehen und diese zu verarbeiten. Der Maurer schafft Rohbauten und damit die Voraussetzungen, dass alles Folgende der Statik und Sicherheit entsprechend, errichtet werden kann“, spricht Franz Fröschl auch die große Verantwortung an. Immer gefragter wird Sichtbeton für die Fassade, eine wandelbare Oberfläche. Dank dem Know-How im Umgang mit Beton durch spezialisierte Mitarbeiter, konnte die Firma Fröschl sich auch im Bereich des Sichtbetons eine führende Stellung am Markt erarbeiten, so Franz Fröschl, der betont: „Das Erfolgsrezept der Firma allgemein ist es, nach Plan und Wunsch des Auftraggebers, zu vereinbarten Termin und mit langjährigen ausgezeichneten Mitarbeitern ein Werk zu schaffen, das langfristig seine Aufgabe erfüllt“.

Anforderungen bei Preis und Termin immer „sportlicher“ (Artikel von 2017)

Um sich den ständig wachsenden Herausforderungen im Baugewerbe stellen zu können, ist ein gehöriges Maß an Enthusiasmus nötig. Dazu Franz Fröschl, Mitglied der Geschäftsführung: "Die Anforderungen, die Termin- und Preisvorstellungen unserer Bauherren zu erfüllen, werden immer ,sportlicher‘ und es bedarf laufender neuer Anstrengungen, diese zu erfüllen."

"Dazu muss auch in neue Marktsegmente investiert werden", so Franz Fröschl weiter: "Das bringt die Natur der Bauwirtschaft mit sich: Unsere Anforderungen, Aufgaben verändern sich laufend. Prinzipiell werden wir aber weiterhin eine Hoch- und Tiefbaufirma bleiben. Es ist auch nicht geplant, dass wir in den Bereich Tunnelbau einsteigen, obwohl derzeit aufgrund des Baus des Brenner-Basis-Tunnels der Markt vor unserer Haustüre vorhanden wäre."

Was den geographischen Schwerpunkt des Unternehmens anbelangt, bleibt das Unternehmen den Tiroler Bezirken treu. Auch ist Fröschl über die Landesgrenzen hinaus in Vorarlberg, Salzburg und Bayern aktiv.

Investiert wird laufend, wie Franz Fröschl bestätigt: "Am Standort unserer Zentrale in Hall haben wir im Jahr 2014 zwölf Millionen Euro in das Fröschl Haus und in die Modernisierung unseres Bauhofes investiert. Zudem tätigen wir jährlich Ersatz- und Neuinvestitionen vor allem in Fuhrpark, Maschinen, Geräte, Schalung und EDV in der Höhe von ca. 10 Mio. Euro. Ein großer Anteil davon betrifft unseren Firmenhauptsitz Hall."

Neben den baulichen und finanziellen Investitionen engagiert sich die Firma Fröschl auch stark im Bereich Mitarbeiter. Dazu Franz Fröschl abschließend: "Wir sind zurzeit intensiv damit beschäftigt, die Anzahl unserer Lehrlinge zu erhöhen – insbesondere Auszubildende in den Berufen MaurerIn, SchalungsbauerIn, TiefbauerIn – das sind unsere Fachkräfte von morgen!"

Interview anlässlich des Offenen Werkstores 2016

Was bedeutet Ihnen die Region Hall-Wattens als Standort?

Franz Fröschl:
Als Baufirma Fröschl sind wir seit über 75 Jahren in der Stadt Hall ansässig, wo wir uns entwickeln und auch ein bisschen die Stadt Hall mitentwickeln konnten. Wobei man bei einer Baufirma sagen muss, dass unser Standort eigentlich die jeweilige Baustelle ist. In Hall in unserer neuen Unternehmenszentrale bluffen die Drähte unseres Filialnetzes zusammen. Hier betreiben wir Technik und Verwaltung, um von Hall aus unser Netz von Filialen verteilt über ganz Tirol und die Nachbarländer Vorarlberg, Salzburg - ab und zu auch Bayern - als Baufirma zu steuern. Wir haben in unserer Nachbarschaft aber auch sehr, sehr viele Stammkunden und das seit Jahrzehnten. 

Welche Rahmenbedingungen sind notwendig, um Ihren Standort
für die Zukunft zu sichern?

Franz Fröschl:
Die Rahmenbedingungen sind das Miteinander von lokalen, regionalen Auftraggebern und Interessen. Da geht es auch um geeignete und motivierte Mitarbeiter. Wir legen dabei Wert auf Nähe und Verbundenheit zu unserem Unternehmen und unsererseits unserem Team gegenüber - auch um den Standort langfristig zu sichern! Das ist im Tiroler Zentralraum nicht immer einfach, die Rahmenbedingungen sind durchaus herausfordernd. Das fängt beim Grundpreis an und betrifft auch steuerliche Faktoren. Andererseits wird um Innsbruck und in Innsbruck sehr viel geplant, umgesetzt und gebaut. Was bisweilen frustriert sind unnötige und lange dauernde bürokratische Hemmnisse bei Bewilligungs- und Genehmigungsverfahren. Zum Glück gibt es aber auch positive Ausnahmen.

Worin sehen Sie mittelfristig die größte Herausforderung für Ihr Unternehmen?

Franz Fröschl:
Die größte Herausforderung für Baufirmen ist natürlich das Erreichen von Aufträgen im Best- oder Billigstbieterverfahren und nur wenn die Wirtschaft in einem Zyklus funktioniert, wird auch eine Baufirma eine Möglichkeit haben, diesen Auftrag bzw. diese Arbeit für sich zu akquirieren. Eine Baufirma wird nur im Rahmen einer funktionierenden Wirtschaft/Volkswirtschaft leben können.

Welche Ansprüche stellen Sie an potenzielle Bewerber & Lehrlinge? Was bieten Sie Ihren Mitarbeitern?

Franz Fröschl:
Was Lehrlinge betrifft, sind wir zum einen aktiv bei diversen Veranstaltungen, um uns als Ausbildungsbetrieb vorzustellen. Viele Lehrlinge interessieren sich via Empfehlung bzw. aufgrund von Mundpropaganda für uns als Lehrbetrieb. In weiterer Folge gibt es nach einem Erstgespräch die bekannte Schnupper-Woche auf der Baustelle und einen Lehrlingseignungstest am WIFI. Sollten sich Ausbildner und Lehrling einigen, folgt eine verlängerte Probezeit an deren Ende der Lehrvertrag steht. Das heißt, Lehrling und Unternehmen einigen sich auf eine gemeinsame Bildungs- und Arbeitszukunft.
Wir streben langfristige Arbeitsverhältnisse an und pflegen das auch. Das Schöne am Bau ist, es gibt kein Bauwerk, das so wie das nächste ist. In dieser Beziehung sind wir Maßschneider und wenn man täglich eine neue Herausforderung sucht, ist der Bau für einen genau das Richtige. Das geht von Auftrag, Entwurf, Technik,  Material, Wetter bis zu Arbeitskollegen. Das Besondere bei uns ist, dass die Lehrlinge nicht nur am Bau den praktischen Teil absolvieren und natürlich die Berufsschule, sondern noch dazu am sogenannten Lehrbauhof praktische Arbeiten erlernen, die im Alltag mittlerweile nicht mehr so oft vorkommen, aber im geschriebenen und auch öffentlich wahrgenommen Berufsbild gelehrt und praktiziert werden. Das geht beispielsweise von Gewölbe über Bögen, von Pflaster bis zu Gesims, alles Dinge die vielleicht in den drei Jahren in der Ausbildung nicht vorkommen. Wir nützen auch im Jänner oder Februar die Zeit, um die Lehrlinge firmenintern weiter zu schulen. Das betrifft Bereiche, wo der Ausbilder glaubt, dass es praktische Vertiefungen benötigt, z.B. beim Verputzen, oder dem Vollwärmeschutz. Wir bilden Lehrlinge seit Anfang an aus, also seit über 75 Jahren und daher kommt es auch vor, dass wir Lehrlinge haben, deren Eltern oder Großeltern schon im Haus tätig waren oder sind. Bei uns ist eine Karriere möglich, die als Lehrling mit 14, 15 Jahren beginnt und alle Aufstiegschancen ermöglicht vom Polier bis zum Bauleiter.
  

Worin gründet sich Ihr Erfolg?

  Franz Fröschl:
Ich glaube, es ist wesentlich, die richtigen Mitarbeiter am richtigen Platz einzusetzen und ihnen bei uns einen großen Gestaltungsspielraum zu geben. Natürlich haben wir auch Auftraggeber, die wir seit Jahrzehnten mit Dienstleistungen am Bau beliefern dürfen. Am Ende sind viele Abteilungen nötig, die wie Zahnräder  eines Uhrwerks ineinandergreifen. Wenn hier Ordnung herrscht, wird auch Erfolg herauskommen.
  

Welche Maßnahmen setzen Sie in Bezug auf Umweltschutz und gute Nachbarschaft?

Franz Fröschl:
Als Gewerbebetrieb gibt es neben zahlreichen anderen auch einen Gewerbebescheid und darin sind sehr viele Aspekte des geforderten Natur- und Umweltschutzes behandelt. Ich glaube, hier sind wir vorbildlich. Unsere neue Firmenzentrale am Brockenweg ist ein gutes Beispiel, was den Umweltschutz angeht.  Das Gebäude ist emissionsfrei.  Denn das Haus ist sehr energiebescheiden und das dank des einzig richtigen Baustoffes, und zwar Beton.
Ich bin davon überzeugt, dass die wesentliche Basis für gute Nachbarschaft der Respekt voreinander ist. Eine Baufirma hat ja viele Betriebsstätten und bei jeder Baustelle, die wir neu beginnen, haben wir wieder neue Nachbarn,  mit denen Bauleiter, Polier bis hin zum Abteilungsleiter ein produktives Miteinander finden sollen und müssen. Hier glaube ich, der gegenseitige Respekt und ein verständnisvoller Umgang führen ddazu, dass die meisten Nachbarschaften in der Bauzeit gut verlaufen, auch wenn natürlich während einer Bauzeit es immer gewisse Beeinträchtigungen gibt. Aber die meisten Nachbarn erinnern sich, dass sie auch einmal gebaut haben. 

 

Persönliche Fragen:

Ich lerne von …
Vom Alltag und da von vielen Menschen im Betrieb und jenen, die uns von außen begleiten. Ich lerne auch von der enormen Entwicklung, die unsere Zeit mit sich bringt, von den neuen Medien bis hin zu Arbeitstechniken, Materialien. Ohne laufendes Lernen ist ein Bestehen und Weiterkommen nicht möglich. 

Ich würde gerne erfinden …
Einen Ausgleich für den Auftraggeber und Auftragnehmer, was den Einsatz an Energie betrifft. Hier meine ich nicht zuletzt den Einsatz jedes einzelnen Mitarbeiters, denn ich glaube, dass mit einer soliden Planung  Zeiterscheinungswörter wie Stress vermieden werden könnten. Erfinden würde ich auch gerne logistische Systeme, die zum Beispiel Leerfahrten bzw. leere Kilometer vermeiden würden.

Ich freue mich auf …
Auf jeden Tag, an dem wir unfallfrei und produktiv zum Wohle aller Beteiligten tätig sind. Ich freue mich auf eine Möglichkeit der mittel- und langfristigen Planung, was die Auslastung betrifft. Und ich freue mich auch über jedes einzelne Werk, das allen, die damit zu tun haben, eine Freude bereitet. 

Franz Fröschl, Geschäftsführung Fröschl
Franz Fröschl, Geschäftsführung Fröschl

Fröschl AG & Co KG
Brockenweg 2,
6060 Hall in Tirol

office@froeschl.at
www.froeschl.at

Fröschl

Kurz & bündig

Der Betrieb wurde 1937 von Maurermeister Eduard Fröschl gegründet und wird nun bereits in der dritten Generation geführt. Das Unternehmen beschäftigt 1.250 Mitarbeiter und ist in den Geschäftsbereichen Bau (Hochbau, Tiefbau, Straßenbau, Ingenieurbau, Bahnbau), mineralischer Rohstoffe (Kies, Schotter), Beton, Asphalt, Baustoffe, Projektentwicklung und Tourismus tätig. Mit Standorten in ganz Tirol und der Zentrale in Hall gehört das Familienunternehmen zu den bekanntesten heimischen Baufirmen. Fröschl steht für Qualität, Nachhaltigkeit über Generationen, langfristige Partnerschaften mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten.