Tiroler Rohre GmbH

Heißer Einsatz für höchste Qualität

Trinkwasser ist unser höchstes Gut. Damit dieser Quell des Lebens hygienisch sauber in den Haushalten ankommt, bedarf es eines sicheren Transportnetzes. Die Tiroler Rohre produzieren dafür seit Jahrzehnten hochwertige Systeme aus duktilem Guss.

Ähnlich wie Wasser, das sich in einem ewigen Kreislauf befindet, wird auch zur Herstellung der Trinkwasserleitungen „recycelt“. Denn für die Herstellung der Gussrohre kommt ausschließlich Eisen- und Stahlschrott zum Einsatz. Dabei wird eng mit einem Nachbarbetrieb zusammengearbeitet, wie der Geschäftsführer der Tiroler Rohre, DI Max Kloger, erklärt: „ Unser Vorlieferant ist die Firma Ragg, mit der uns eine langjährige Zusammenarbeit verbindet. Schrott ist ein Produkt, das es in vielen verschiedenen Qualitäten gibt. Wir kaufen bewusst verschiedene Schrottsorten ein, die wir mischen, um das entsprechende Produkt zu erhalten.“

Eisen wird auf 1.520 Grad erhitzt

Bis sauberes Trinkwasser durch ein Rohr der Tiroler Rohre fließt, bedarf es vieler Arbeitsschritte. Der verwendete Schrott wird in einem ersten Schritt mit Koks und weiteren Zuschlagstoffen in einem Kupolofen zerschmolzen und anschließend der Magnesiumbehandlung zugeführt. „ Das Eisen kommt dann in flüssiger Form mit 1.520 Grad aus unserem Ofen. Danach wird das Eisen in der sogenannten Gießerei oder Schleuderei in die entsprechende Form gebracht“, beschreibt Kloger und erklärt die weiteren Schritte: „Nach dem das Rohr gegossen ist, wird es noch einmal wärmebehandelt, damit es die richtigen Eigenschaften bekommt. Man erwartet von unseren Rohren, dass sie biegsam sind, aber auch eine hohe Festigkeit haben, schließlich müssen sie den Umwelteinflüssen standhalten.“

An den Glühofen schließt sich die Putz- und Prüfstrecke an. Hier bekommen die Rohre ihre Zinkbeschichtung, werden genauestens überprüft und mittels Druckprobe einzeln auf Dichtheit getestet. Sauberes, klares und unverfälschtes Trinkwasser ist eine der wichtigsten Lebensgrundlagen. Dafür ist der nächste Schritt besonders wichtig, so der Geschäftsführer: „ Innen wird das Rohr mit einer Zement-Mörtel-Beschichtung versehen – quasi ein Betonrohr im Gussrohr. Das schützt das Rohr vor Korrosion. Niemand der Trinkwasser genießt, möchte natürlich, dass dieses verunreinigt ist. Diese Zement-Mörtel-Auskleidung gewährleistet die entsprechende Hygiene.“

Für den Wassertransport   sind Rohrleitungen aus Sphäroguss, die TRM seit Jahrzehnten produziert und erfolgreich vertreibt, bestens geeignet. Hauptstädte wie Wien, Budapest, Sofia, Bukarest und zahlreiche weitere Städte und Gemeinden nutzen das Material und Know-how von TRM.

Wachstum und runder Geburtstag (Artikel von 2017)

Im Mai 2017 feiern die Tiroler Rohre ihr siebzigjähriges Firmenjubiläum. Investitionen in den Standort, aber auch die weiterführende Internationalisierung sollen das Unternehmen positiv in die Zukunft führen. Die jüngere Vergangenheit ist gekennzeichnet von moderatem Wachstum, wie Geschäftsführer DI Max Kloger erläutert.

„Wir haben seit dem letzten Jahr die Internationalisierung weiter vorangetrieben und bemühen uns, insbesondere im benachbarten Ausland, Fuß zu fassen. Unserer Kernmärkte sind neben Österreich, Deutschland und der Schweiz die süd-südost-europäischen Länder. Hier geht es uns speziell um die kommunale Versorgung mit Trinkwasser bzw. die Abwasserversorgung“, berichtet DI Max Kloger, der nicht verhehlt, dass nicht beeinflussbare politische Entscheidungen Auswirkungen auf das Unternehmen hatten: „Im Bereich der Turbinenleitungen haben wir 2016 eine sehr schwierige Phase durchgemacht, da in Folge der tiefen Strompreise viele Investitionen im Bereich Kleinwasserkraftwerke nicht bzw. in einem geringeren Ausmaß als sonst getätigt wurden. Das betrifft hauptsächlich Österreich, Südtirol und das Trentino, wo wir traditionell sehr stark sind.“

Äußerst erfolgreich gestaltete sich das vergangene Jahr im Bereich der Beschneiung. Auch bei den duktilen Pfählen konnte das Wachstum international weiter fortgesetzt werden. „Das ist eine Erfolgsgeschichte, die seit vielen Jahren in die richtige Richtung geht. Im Bereich der Mitarbeiter ist es so, dass wir in der Fertigung über zehn Prozent aufbauen konnten. Das heißt, wir sind gut ausgelastet und gehen guten Mutes in die Zukunft“, informiert der Tiroler Rohre Geschäftsführer und präzisiert: „Wir haben das dritte Jahr in Folge ein Umsatzplus zustande gebracht und werden voraussichtlich auch 2017 ebenso moderat wachsen. Außerdem haben wir bereits begonnen und werden in den nächsten Jahren weiter in den Standort investieren, um die Arbeitsplätze zu sichern.“ Aktuell sind bei den Tiroler Rohren 204 Mitarbeiter und etwa zwanzig Zeitarbeiter beschäftigt.

Engagement für die Umwelt

Einen wichtigen Beitrag für den Umweltschutz leisten die Tiroler Rohre mit ihrem Engagement beim Fernwärmenetz. „Dazu wurde in einer ersten Stufe bei den Hochtemperaturprozessen die Abwärme in die Fernwärme-Schiene eingebracht und wir sind mit unseren Partnern gerade dabei, die zweite Stufe in Betrieb zu nehmen. Das wird die Tief- bzw. Niedrigtemperaturprozesse betreffen“, informiert DI Max Kloger. Mit der Abwärme der Tiroler Rohre können 650 Haushalte beheizt werden.

2017 ist für die Tiroler Rohre GmbH ein ganz besonderes Jahr. Die Geschäftsführung und die Mitarbeiter freuen sich über das 70-jährige Bestehen der Firma und auf die dafür stattfindende Jubiläumsfeier im Mai.

Interview anlässlich des Offenen Werkstores 2016

Was bedeutet Ihnen die Region Hall-Wattens als Standort?

Max Kloger: Die Region ist für uns natürlich ganz wichtig. Wir sind hier seit dem Jahre 1947 als Firma tätig und haben hier eine Basis, die es uns erlaubt, erfolgreich wirtschaften zu können. Das heißt, wir haben hier Mitarbeiter, die auf unsere Bedürfnisse geschult sind, die Experten und Spitzenkräfte in diesem Bereich sind, was eine wesentliche Voraussetzung dafür ist, dass wir erfolgreich sein können. Am Standort selbst ist es für jeden, der uns besuchen kommt ein Erlebnis zu sehen, wie aus Schrott flüssiges Eisen entsteht das wie Wasser rinnt. Dadurch dass diesen Prozess auch unsere Kunden zu sehen bekommen, können wir ihnen aufzeigen, welche Qualitätsprodukte und Dienstleistungen an diesem Standort produziert werden. Die malerische Gegend tut das seinige dazu, um Kundenbesuche sehr attraktiv gestalten zu können. Denn auch abseits der Firma gibt es vieles, das man besichtigen kann, wie beispielsweise die Swarovski Kristallwelten in Wattens, oder das Halltal, wo man sieht, wie das Wasser dem Berg entspringt. Das ist ein Gesamtkonzept, das für uns sehr gut funktioniert.

Welche Rahmenbedingungen sind notwendig, um Ihren Standort für die Zukunft zu sichern?

Max Kloger: Ganz entscheidend ist für uns, dass wir qualifiziertes Personal bekommen. Insofern sind alle Bildungseinrichtungen, die es in Stadt und Land gibt, ein ganz wichtiges Thema. Zentral ist für uns auch die kostengünstige Energieversorgung, da wir ein sehr energieintensiver Betrieb sind. Das wiederum ist natürlich auch eine Chance, da wir mit der Abwärme, die wir am Standort aufgrund unseres Energieeinsatzes erzeugen, gemeinsam mit der Stadt Hall und der TIGAS im Verbund etwas tun können. Das hat den Vorteil, dass man in keine Heizungsanlagen investieren muss und somit auch auf lange Sicht die Emissionen nicht steigen, sondern die anfallende Wärme sinnvoll genützt werden kann.

Worin sehen Sie mittelfristig die größte Herausforderung für Ihr Unternehmen?

Max Kloger: Es gilt gegen Billiganbieter bestehen zu können. Das kann man nur dann, wenn man auf der einen Seite in Forschung und Entwicklung investiert, um einen Technologievorsprung zu haben und auf der anderen Seite dem Kunden ein Servicepaket anbieten kann, damit dieser einen Vorteil im Gesamtpaket sieht und von uns Produkte und Dienstleistungen bezieht.

Welche Ansprüche stellen Sie an potenzielle Bewerber & Lehrlinge? Was bieten Sie Ihren Mitarbeitern?

Max Kloger: Die Anforderungen sind je nach Einsatzgebiet sehr individuell. Im Bereich Lehrling haben wir vornehmlich Elektrobetriebstechniker und Schlosser, die wir bei uns ausbilden. Bei der Anwendungstechnik sind Ingenieure im Einsatz, die unsere Kunden beraten. Wir haben etwas sehr Spezielles, wofür wir in Tirol bekannt sind: einen Verbesserungsprozess, an dem unsere Mitarbeiter mit den Einsparungen partizipieren. Das heißt, bringt ein Mitarbeiter eine Idee, die zu einer Kostenersparnis führt, bekommt er nach Umsetzung der Idee zehn Prozent des Jahresersparnisses bar ausgezahlt. Das wird in einem vollkommen transparenten System gemacht und wird auch öffentlich vorgestellt. Dieses Verbesserungssystem haben wir nun schon bereits seit sieben Jahren und konnten damit auch schon entsprechende Einsparungen erzielen.   Somit kreiert dieses System eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Das Unternehmen wird besser, kostensparender geführt und der Mitarbeiter hat die Chance eine Prämie zu bekommen, die on-top zu den normalen Löhnen und Gehältern steht. Davon ist niemand ausgenommen, das geht vom angelernten Hilfsarbeiter bis zu den Ingenieuren.

Worin gründet sich Ihr Erfolg?

Max Kloger: Wir sind neben dem Trinkwasserbereich auch in der Beschneiungstechnik sowie bei den Turbinenleitungen tätig. Hier muss man das Gesamtprojekt verstehen, um individuelle Lösungen anzubieten, die dann für den Kunden entsprechende Vorteile ergeben. Das bedeutet, ein internationaler Rohrhersteller bekommt einen Materialauszug und bietet an. Wenn der Kunde zu uns kommt, dann besichtigen wir mit ihm gemeinsam die Baustelle und beraten ihn wie er möglichst kostengünstig das Projekt abwickeln kann. Das hat zwar nichts mit unserem Produktpreis zu tun, ermöglicht es uns aber dem Kunden aufzuzeigen, wie er mit unserem System beispielsweise teure Bögen oder Serviceeinheiten einsparen kann. Weiters gründet sich unser Erfolg einerseits an der Entwicklung und Bereitstellung hochwertiger Produkte, aber auch an den Dienstleistungen die wir unseren Kunden bieten. Wir sind sehr erfolgreich in Nischen, wo andere nicht tätig sind. Zusammengefasst ist es das hohe Know-how unserer Anwendungstechniker die Kunden beraten, sowie die hohe Qualität der Produkte verbunden mit Innovationen die maßgeblich für unseren Erfolg verantwortlich sind. Zusätzlich dazu zeichnet uns alles was mit dem After-Sale-Service zu tun hat aus, wo wir den Kunden betreuen bis das Produkt angekommen und installiert ist. Weiters forschen wir gemeinsam mit verschiedensten Instituten, auch hier am Standort mit einer eigenen Mannschaft. Insofern ist das Forschen und Entwickeln auch ein ganz wichtiger Bestandteil des Erfolges.    

Welche Maßnahmen setzen Sie in Bezug auf Umweltschutz und gute Nachbarschaft?

Max Kloger: Wir investieren kontinuierlich in unsere Anlagen. Ich bin seit 1999 im Unternehmen und wir haben seit dem 40 Millionen Euro investiert, um die Anlagen auf den neuesten Stand zu bringen. Dies ist immer verbunden mit dem neuesten technologischen Stand und mit umweltschonenden Prozessen. Umweltschonend ist für mich alles was mit Emissionen zu tun hat, mit Energieeinsatz, aber natürlich auch was mitarbeiterschonend ist. Denn viele der Investitionen haben dazu geführt, dass der physische Aufwand um ein Produkt zu erstellen, viel geringer geworden ist. Als die Röhrenwerke gegründet wurden, standen sie am Stadtrand. Heute sind sie mittendrin. Wir bemühen uns seit Jahren sehr intensiv, bei allen Themen, die an uns herangetragen werden, eine Lösung zu finden. Es hat vor ein paar Jahren eine für alle Beteiligten sehr ungute Situation gegeben. Mit dem Konkurs der Gusskomponenten 2010 sind diese Themen aber Vergangenheit, da diese mehrheitlich dort beheimatet waren. Natürlich gibt es auch heute Herausforderungen. Wir sind ein produzierender Betrieb und haben von Lärm bis zu anderen Emissionen natürlich etwas, was von verschiedenen Seiten unterschiedlich beurteilt wird, das wollen wir nicht wegdiskutieren. Es geht darum in den vorhandenen Grenzen zu arbeiten und sich zu bemühen, die Auflagen der Behörde mit den Anliegen der   Nachbarn in Einklang zu bringen. Man sieht, dass das möglich ist. Wenn man sich beispielsweise das Thema Lärm anschaut, da haben wir etwas, das wie ein Zaun aussieht, aber nichts anderes als eine Lärmschutzwand ist, wie sie auch bei Autobahnen aufgestellt wird.

 

Persönliche Fragen:

Ich lerne von…
…Erstens einmal täglich, weil ich ständig mit wechselnden Herausforderungen konfrontiert bin. Ich kann nicht sagen, dass ich von einer Person oder Institution lerne. Es kommen Inputs von Mitarbeitern, die an der Maschine stehen und natürlich lernen wir geschäftlich von den Besten aus der Branche. Wir lernen aber auch immer von unseren Kunden, denn die halten uns immer wieder den Spiegel vor, was sie brauchen. Wir ziehen daraus unsere Schlüsse was wir entwickeln müssen und wo wir forschen müssen, um auf die Fragen, die es gibt, Antworten zu finden.

Ich würde gerne erfinden…
… etwas, das zu einem Paradigmenwechsel führt. Was ich darunter verstehe sind Lösungen, die den Kunden dazu bringen, vorhandene Pfade zu verlassen und sich diesen neuen Lösungen hinzugeben.

Ich freue mich auf …
… Ich möchte das zweiteilen. Wir haben jährlich bei uns ein Ereignis im Haus, das nennt sich Ramadama, das kommt von „Räumen tun wir“. Zu diesem Anlass laden wir unsere Mitarbeiter auf freiwilliger Basis ein, die Firma in einen Zustand zu bringen, wie sie und wir das gerne hätten. Das beginnt mit einem gemeinsamen Arbeiten, mündet dann in ein Mittagessen und in einen geselligen Nachmittag und Abend. Das ist etwas, worauf ich mich immer freue, denn wenn hundert Leute auf einem Werksgelände für ein paar Stunden anpacken, dann bewegt sich Gewaltiges und das ist immer wieder schön anzuschauen. Privat freue ich mich über viele schöne Sportereignisse, das ist mein Ausgleich zu den beruflichen Herausforderungen. Ich bewege mich sehr gerne in der Natur, egal ob auf den Füßen oder dem Rad.

DI Max Kloger, Geschäftsführung
DI Max Kloger, Geschäftsführung

Tiroler Rohre GmbH, Innsbrucker Straße 51 6060 Hall in Tirol

office@trm.at www.trm.at

Tiroler Rohre

Kurz & bündig

Die Tiroler Rohre entwickeln, produzieren und vermarkten als einer der größten europäischen Anbieter hochwertige Systeme aus duktilem Guss für den Wassertransport und für den Spezialtiefbau. Innovative Produktionstechnologien, langjährige Erfahrung und Kompetenz machen die Tiroler Rohre zu einem der führenden Anbieter im Bereich Wasserwirtschaft, Beschneiung, Turbinen und Spezialtiefbau.