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Handelshaus Wedl

Von den Mitbewerbern differenzieren

Aktiv am Markt tätig zu sein, ist für das Milser Handelhaus Wedl seit jeher ein probates Mittel in der Geschäftspolitik. Damit das Top-10-Unternehmen des österreichischen Lebensmittelhandels die betriebliche Zukunft auch weiterhin positiv gestalten kann, setzt Geschäftsführer KR Leopold Wedl auf Investitionen, eine Qualitätsoffensive, die Sortimentserweiterung und den Trend der Zustellung.

Die Firmenzentrale und Logistikdrehscheibe in Mils bei Hall wurde in den vergangenen Monaten zukunftsfit gemacht. So wurde rund eine Million Euro in LED Beleuchtung und Kühlung investiert. Der Bereich C+C Markt bleibt für KR Leopold Wedl weiterhin ein Aushängeschild: „Wir sehen hier viel Zukunftspotential. Denn unser Ziel ist es, unseren Kunden im C+C ein einzigartiges Einkaufserlebnis zu bieten – sei es durch eine exzellente Beratung, schönes Interieur, diverse Verkostungen oder aber auch einer umfangreichen Sortimentsbreite sowie tiefe, speziell im Spezialitätenbereich. Diese Qualitätsoffensive spiegelt sich im gerade fertiggestellten Umbau des C+C Wedl Innsbruck wider, bei dem ein deutlicher Schwerpunkt auf die Frischebereiche Obst & Gemüse, Fisch & Fleisch und Feinkost gelegt wurde.“

Investiert wird aber auch in neue Marktsegmente: „In der Sortimentspolitik des Handelshaus Wedl hat sich in diesem Jahr einiges getan. Das Sortiment wurde gestrafft und zeitgleich an neue Trends sowie Bedürfnisse angepasst. Die Resultate unserer Trendstudie 2015 haben ganz klar gezeigt, dass Regionalität, Saisonalität, sowie Frische im Großhandelsbereich zukünftig noch größerer Bedeutung beigemessen werden muss. Zudem ist ein sukzessiver Anstieg der Nachfrage im Bereich von veganen und biozertifizierten Produkten wahrzunehmen. Wir haben deshalb unser Sortiment auch hierum bereits ausgeweitet. Zuletzt ist auch geplant, das Sortiment im Bereich der Spezialitäten noch auszubauen bzw. zu vertiefen, um sich in Zukunft noch stärker von den Mitbewerbern differenzieren zu können“, erläutert KR Leopold Wedl die weitere Unternehmensstrategie.

Das Handelsgeschäft betreffend, sprechen die aktuellen Zahlen für sich. Hier gehe der Trend klar in Richtung Zustellung: „Wir generieren mittlerweile ca. zwei Drittel vom Gesamtumsatz durch die Zustellung. Auch deshalb haben wir dieses Jahr wieder großzügig in die Erneuerung und den Ausbau unserer Fahrzeug-Flotte investiert. Alleine heuer wurden fünfzehn neue LKWs angeschafft. Der firmeneigene Fuhrpark umfasst somit aktuell ca. 120 LKWs in Österreich. So kann einerseits eine flexible Belieferung an Kunden gewährleistet werden und zum anderen auch der durchschnittliche CO 2 Ausstoß unserer Fahrzeuge durch Einsatz moderner Technik reduziert werden. Zudem generieren wir ca. 25 % des Zustellumsatzes derzeit schon über unseren 24/7 Onlineshop. Durch eine stetige Weiterentwicklung des Webshops wollen wir den Bestellprozess für Kunden noch einfacher gestalten und den Webshop-Anteil in den kommenden Jahren weiter steigern.“

International gesehen, ist das Handelhaus Wedl mit Wörndle Interservice   stark in der oberitalienischen Gastronomie vertreten. Die hauseigene Kaffeerösterei in Belluno/Italien liefert zudem Kaffeespezialitäten in siebzig Länder dieser Welt. In Deutschland sind wir auch mit einem C+C Markt in Bischofswiesen vertreten.

„Wir sind sehr zufrieden mit unserem aktuellen Team und bilden es laufend in den jeweiligen Bereichen weiter. Natürlich sind wir aber auch immer auf der Suche nach neuen engagierten Mitarbeitern, die eine Leidenschaft für Lebensmittel und unsere Kunden mitbringen. Gemeinsam stehen wir immer für individuellen Service und perfekte Beratung“, erläutert KR Leopold Wedl die Unternehmensphilosophie, für die sich derzeit rund 1.300 Mitarbeiter einsetzen.

Intervies anlässlich des Offenen Werkstores 2016

Was bedeutet Ihnen die Region Hall-Wattens als Standort?

Leopold Wedl: Ich bin in Hall geboren, habe hier auch meine Jugend und viele weitere Jahre verbracht und habe dadurch natürlich eine sehr starke Beziehung und Verwurzelung zu dieser Stadt. Mir persönlich ist es ein wichtiges Anliegen, dass nicht nur ich selbst, sondern auch die Leute, die in der Umgebung wohnen, einen sicheren Arbeitsplatz haben. Die Region um Hall liegt geografisch gesehen sehr zentral in Tirol, ein Aspekt der für unsere Branche wichtig ist, und daher gefällt mir Hall als Standort für das Unternehmen natürlich sehr gut.

Welche Rahmenbedingungen sind notwendig, um Ihren Standort für die Zukunft zu sichern?

Leopold Wedl: Da sind vor allem die Landespolitiker gefordert. Ein negatives Beispiel sind die Sondermauten, die gerade passieren. Hier werden Tiroler Betriebe -  solche wie wir, die in der Mitte des Landes liegen trifft es ganz besonders -  gegenüber allen anderen Bundesländern klar benachteiligt. Da wir in Mils unser Zentrallager haben und von hier aus auch für alle anderen Standorte in den Bundesländern die zentrale Logistik betreiben, sind wir hier in einem klaren Nachteil gegenüber Mitbewerbern, die beispielsweise aus dem Osten von Österreich aus ihre Standorte beliefern. Geografisch gesehen liegt die Region um Hall optimal zwischen München und Verona und auch in Richtung Ost und West wären wir gut angesiedelt, aber durch manche Rahmenbedingungen, die uns vor allem die Politik immer wieder stellt, haben wir einen schweren Nachteil.

Worin sehen Sie mittelfristig die größte Herausforderung für Ihr Unternehmen?

Leopold Wedl: Zum Beispiel beim Thema Sondermauten – hier  gehört Chancengleichheit her. Alle gehören gleich belastet, ob sie von Deutschland, Italien oder Wien aus tätig sind. Das wäre ganz wichtig. Wenn ich als Unternehmer in Wien angesiedelt bin, habe ich mit Niederösterreich schon etwa drei Millionen Einwohner, sprich Kunden, vor der Türe. Bis ich von Hall aus so viele Menschen erreiche, muss ich mit meinen Waren weit fahren.
Eine weitere Herausforderung in unserer Branche, dir mir persönlich auch leid tut, ist dass wir fast nur noch gegen Global-Player bestehen müssen. Drei von unseren direkten Mitbewerbern sind Global-Player, die zu den zehn größten Lebensmittelhändlern der Welt zählen. Wir haben Gott sei Dank im Hintergrund die Markant, die auch in Deutschland, Schweiz, Österreich, Italien, Tschechien, Polen und Ungarn präsent ist, und deren Mitglieder einen Außen-Umsatz von 130 Milliarden erreicht haben. Damit sind wir den Global-Playern in der konditionellen Arbeit im Verbund näher gekommen. Stolz sind wir aber vor allem darauf, heute in unserer Branche das einzige österreichische Familienunternehmen zu sein, das in ganz Österreich flächendeckend seine Kunden beliefert.

Welche Ansprüche stellen Sie an potenzielle Bewerber & Lehrlinge? Was bieten Sie Ihren Mitarbeitern?

Leopold Wedl:  Natürlich gibt es verschiedene Jobprofile bei uns im Haus, die verschiedene Anforderungen mit sich bringen. Fleißig und intelligent sollten natürlich alle sein, um möglichst fehlerfrei zu arbeiten. Aber bei den Mitarbeitern, die im direkten Kundenkontakt stehen, geht es auch um einen engen Bezug zur Küche und Gastronomie. Wir beliefern fast 20% der österreichischen Gastronomie mit Lebensmitteln, wobei wir in Südtirol sogar einen Anteil von 47% haben. Dazu benötigen wir natürlich fachlich erstklassige Leute, die sich in der Küche oder im Weinkeller gut auskennen und die unsere Werte mit Überzeugung an die Kunden bringen. Wenn ich einen Mitarbeiter suche, ob das für den Einkauf oder Vertrieb ist, dann bevorzuge ich Leute, die zum guten Essen eine starke Beziehung haben, die fachliche Kompetenz und ein Herz und eine Seele für die Küche mitbringen. Was Weiterbildungen betrifft, machen wir immer wieder Schulungen in den verschiedensten Bereichen unseres Unternehmens. Aktuell mit Schwerpunkten in der Mitarbeiterführung, oder im Bereich der Positionierung von neuen Produkten, um die neuen Trends auch an den Kunden zu bringen.

Worin gründet sich Ihr Erfolg?

Leopold Wedl: Unser Familienbetrieb ist mit sehr viel mehr Herzblut für die Kunden da. Ich bin mir sicher, dass man oft sehr viel schneller erkennt, was die Kunden wollen, denn wir sind einfach näher an den Leuten dran. Ich finde, dass gerade das Persönliche und die Nähe ein wichtiger Punkt für ein Familienunternehmen ist, wobei uns das natürlich in Tirol leichter fällt, da man die Leute großteils persönlich kennt. In den anderen Bundesländern ist der Bekanntheitsgrad natürlich etwas geringer. Es ist aber erfreulich, dass wir uns trotz des härteren Wettbewerbes österreichweit und auch im Süddeutschen Raum gefestigt haben und uns zusammen mit unseren tollen Mitarbeitern in die Zukunft weiterentwickeln können.  

Welche Maßnahmen setzen in Bezug auf Umweltschutz und gute Nachbarschaft?

Leopold Wedl: Es bedarf schon eines nicht unerheblichen finanziellen Aufwands, stets die aktuellen Auflagen zur erfüllen, die den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Im ersten Quartal 2016 wird z.B.  im Bereich Obst-Gemüse des Zentrallagers die komplette Kühlanlage umgebaut und wir werden dort mit der neuen Anlage noch effizienter und stromsparender arbeiten können. Bei unserem Fuhrpark wird sukzessive auf Euro6 Modelle umgestellt, die deutlich weniger Schadstoffe ausstoßen, als die Vorgänger. Alleine in den letzten Monaten haben wir etwa vierzehn neue Lkws gekauft. Was mich in diesem Thema sehr stört, ist, dass die Spange-Ost (Umfahrung Hall), die eine gute wenn nicht sogar sehr gute Verkehrslösung für die Region gewesen wäre, abgelehnt wurde. Für jeden, der nach Innsbruck oder retour fahren muss, Private genauso so wie unsere LKWs, gibt es enorme Wartezeiten und das wird immer noch schlimmer. Die Bevölkerung hat sich hier in keiner Weise etwas Gutes getan. Für uns als Standort Mils bedeutet das im Jahr Mehrkosten von über 100.000 Euro, alleine durch die Wartezeiten, sinnloses Kraftstoffverbrauch und daraus resultierende Überstunden.

 

Persönliche Fragen:

Ich lerne von…
Ich lerne täglich von der Praxis. Auch aus Fehlern, die man macht, lernt man. Man muss versuchen, diese nicht mehr zu wiederholen und muss die Augen im In- und Ausland offen halten, um über neue Entwicklungen sowohl in der Technik, als auch bei den Produkten informiert zu sein.  

Ich würde gerne erfinden…
Den perfekten Chef. Wir machen alle Fehler, da ist man selber auch nicht ausgenommen. Aber wenn man etwas bewegt, dann macht man auch Fehler: „No Risk, no Fun“.

Ich freue mich auf …
Ich arbeite wahnsinnig gerne und freue mich, wenn ich mit interessanten Leuten spreche, von denen man profitieren kann. Ich freue mich aber auch darauf, wenn die nächste Generation der Familien Wedl und Hofmann das Unternehmen weiterführen wird. Wobei ich noch lange mit Rat und Tat zur Verfügung stehen werde.

Lorenz und KR Leopold Wedl, Geschäftsführer Handelshaus Wedl
Lorenz und KR Leopold Wedl, Geschäftsführer Handelshaus Wedl

Wedl Handels-GmbH Leopold-Wedl-Str.1 A-6068 Mils
Tel: +43 (0)59335-0

www.wedl.com

Handelshaus Wedl

Kurz & bündig

1904 gründete Leopold Wedl I. in Hall in Tirol ein Kolonialwarengeschäft und legte damit den Grundstein für einen Betrieb, der heute zu den Top 10 Unternehmen des Lebensmittelhandels in Österreich gehört. Das Handelshaus Wedl ist mit seinen über 1.300 Mitarbeitern in den Bereichen Lebens-mitteleinzel- und Großhandel, Produktion und Vertrieb von Kaffee sowie Gastronomie- und Tankstellenbelieferung tätig und betreibt weiters auch ein Franchise-Konzept für Kaffee-häuser.